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Flüchtlingshilfe Löningen

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Deutschunterricht für Flüchtlinge in Löningen

Deutschunterricht für Flüchtlinge in Löningen (Text und Foto: Anne Luft)

Nachdem ich im Oktober vergangenen Jahres mein Studium der Sprachwissenschaften abgeschlossen hatte, war ich auf der Suche nach einer neuen Herausforderung. Ich habe gezielt nach einer beruflichen Tätigkeit gesucht, bei der es sowohl auf Sprache als auch auf Kommunikation ankommt. Als Lehrkraft für Deutsch für Asylbewerber im katholischen Bildungswerk habe ich eine genau solche Tätigkeit gefunden. Hier leite ich einen Deutschkurs mit ungefähr fünfzehn Erwachsenen aus Syrien, dem Irak und Afghanistan. Der Kurs besteht aus jungen Männern und Frauen zwischen 20 und Mitte 30 Jahren, wobei die Anzahl der Männer die der Frauen übersteigt. Darunter befinden sich Ehepaare, Geschwister oder Cousins und Cousinen.
Ich habe schnell Zugang zu ihnen gefunden, denn auch meine Eltern sind vor etwa 25 Jahren als Aussiedler nach Deutschland gekommen. Deutschland war für sie früher ein genauso unbekanntes Land wie für die Asylbewerber heute. Aus Erzählungen meiner Eltern und Verwandten weiß ich, wie man sich als Fremder in einem neuen Land fühlt und wie schwer es ist, sich ohne Sprachkenntnisse zurechtzufinden.
Die Asylbewerber in meinem Kurs sind sehr aufgeschlossen und zeigen ein enorm großes Interesse für die deutsche Kultur und Sprache. Sie fragen mich, ob in Deutschland Wangenküsse zur Begrüßung im Freundeskreis gar nicht üblich seien und wie wir Deutschen unsere Freizeit gestalten. Obwohl alle erst wenige Monate in Deutschland leben, lernen sie die Sprache unglaublich schnell. Ein junger Mann aus Afghanistan, der mit seiner Frau und seinen drei Kindern erst seit Ende Oktober 2015 in Deutschland lebt, spricht schon fließend Deutsch. Er möchte anderen Flüchtlingen, die die deutsche Sprache noch nicht beherrschen, so gut wie es geht helfen. Deshalb arbeitet er bereits als Dolmetscher im Rathaus und unterstützt dort die Sozialarbeiter.
Auch die anderen Kursteilnehmer sind fleißig und motiviert, obwohl es nicht immer leicht ist, allen gerecht zu werden. Einige haben bereits studiert und weisen Deutschkenntnisse auf, andere hingegen verfügen kaum über Schulbildung – auch Analphabeten sind dabei. Obwohl wir häufig Hände und Füße verwenden müssen, um uns zu verständigen, gelingt die Kommunikation überraschenderweise unglaublich gut. Verben, wie lachen, weinen, spielen oder bauen stelle ich pantomimisch dar. Dabei sehe ich, dass alle schnell nicken und lächeln, weil sie die Wörter verstehen und direkt ins Arabische übersetzen. Die Namen von Körperteilen und Kleidungsstücken konnte ich ihnen schon sehr gut beibringen und auch mit der richtigen Aussprache der Laute funktioniert es immer besser. Wenn bei jemandem Verständnisschwierigkeiten aufkommen, helfen sie sich gegenseitig in ihrer Muttersprache.
Insgesamt herrscht im Kurs eine lockere freundschaftliche Atmosphäre und wir planen auch, mal am Wochenende gemeinsame Freizeitaktivitäten zu unternehmen, wie zum Beispiel zusammen ins Schwimmbad zu gehen. Der Unterricht macht mir sehr viel Spaß, denn ich arbeite gerne mit Flüchtlingen zusammen. Ich bin fasziniert von ihren Lernfortschritten, aber auch von ihrer Lebensfreude, die sie nie verloren haben. Außerdem lerne auch ich viel von ihnen, da sie mir in Gesprächen ein Stück ihrer Kultur, ihrer Muttersprache und ihrem früheren Leben vermitteln. Ich freue mich darauf, in Kürze noch einen weiteren Deutschkurs für neu angekommene Flüchtlinge zu übernehmen.